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Krankheitsbild Lipödem, Ursachen, Gründe für schwerde dicke Beine, Probleme

“Mehr als »einfach nur
  dicke Beine« ”



    Dr. med. Falk-Christian Heck

AKTUELLE
ERKENNTNISSE


Leitlinien der
Fachgesellschaft
für Phlebologie


 zu den Leitlinien  

DIE URSACHEN

In der Kindheit manchmal schon zu erahnen, werden die Beine in der Pubertät sichtbar dicker.
Es tut zwar noch nicht weh − aber es stört ungemein! Woher das Fett plötzlich kommt,
weiß auch heute noch keiner; die Hormone spielen aber sicher eine Rolle.
Mangelnde Bewegung und „angefressen” sind wirklich keine Gründe für das Lipödem.
Das macht der Frust bei noch mehr Sport und wieder einer Diät besonders deutlich:
wenn es unaufhaltsam weiter wächst.
Was ist der Stand der Wissenschaft? Die Fachgesellschaft für Phlebologie hat hierzu alle
aktuellen Erkenntnisse in Leitlinien zusammengefasst.

DIE STADIEN

Stadium-1-des-lipoedems    Stadium I
Hautoberfläche glatt, Subkutis verdickt, Fettstruktur feinknotig.
Schon Stadium 1 kann schmerzhaft sein.


Stadium-2-lipoedem   Stadium II
Hautoberfläche uneben,
Fettstruktur grobknotig



Stadium-3-lipodem   Stadium III
Gewebe zusätzlich derber und härter,
kaum mehr zu beseitigende, großlappig deformierende Fettlappen


DAS PROBLEM

„Nur dicke Beine” zu haben trifft es nicht ...
Nach einigen Jahren fängt es an weh zu tun. Die Beine sind schwer, fühlen sich
gestaut an und drohen bei längerem Stehen zu platzen.
Wer es mit Anfang 20 noch nicht glauben möchte, ist mit Ende 40 vielleicht
schon nicht mehr in der Lage einen ganzen Tag als Friseurin „durchzustehen”.
Druck- und Berührungsschmerz an Beinen und Armen tun auch einer
Partnerschaft nicht gut.
Orthopädisch betrachtet verändert sich durch das Lipödem auch das Gangbild.
Es wird x-beinig und überlastet das Kreuz sowie die Hüft- und Kniegelenke.
Viel tiefer aber reicht die Auswirkung des Lipödems auf die eigene Persönlichkeit.
Verletzte Weiblichkeit, Unwohlsein im eigenen Körper, die fehlende Akzeptanz
des Lipödems als Krankheit. Ihre Freunde, die eigene Familie und Ihre Ärzte
geben Ihnen die Schuld eine Diät nicht durchzuhalten bis Sie es selbst glauben.
Ihre Selbstzweifel sind keine gute Grundlage, als junge Frau ein gesundes
Selbstbewußtsein aufzubauen. Fehlendes Selbstvertrauen beeinflußt
aber alle Lebensbereiche negativ:
Freundschaften, eine Partnerbeziehung und die berufliche Entwicklung.

DIE UNTERSUCHUNG

Die Diagnose „Lipödem” ergibt sich aus der Vorgeschichte, den beklagten typischen Beschwerden und der reinen Betrachtung.

Die dicken Beine und Arme seit der Kindheit, die in der Pubertät und Schwangerschaften deutlich zunehmen. Vielleicht sind die Mutter, die Oma oder Tanten ebenfalls betroffen.
Schweregefühl, Stauungs- und Spannungs-schmerzen, Berührungsempfindlichkeit und Druckschmerz besonders in den Beinen sind sichere Hinweise auf ein Lipödem.
Das typische Bild der Fettverteilung ist ent-scheidend: ab den Hüften abwärts das Gesäß, die Oberschenkelaußen-, -vorder- und -innen-seiten.
Die Knie sind kaum mehr erkennbar und haben
innen ein dickes Fettpolster. Die Waden lassen keine Muskulatur mehr erkennen, sie werden säulenförmig.

An den Knöcheln bildet sich oft ein Fettmuff,
die Füße allerdings sind immer schlank. In den
Waden kann sich fühlbar Gewebewasser
stauen.
Ähnlich kann sich vermehrt Fett an den Ober-
und Unterarmen finden, welches bis zu den
Handgelenken reicht.
Anfangs können aber nur einzelne Körper-
abschnitte betroffen sein: Nur Oberschenkel
oder nur die Waden. Die Oberarme können
„explosionsartig” in kurzer Zeit dicker werden.
Vor kurzem gekaufte Blusen passen schon bald
nicht mehr. Schafthohe Stiefel haben vielleicht
noch nie gepasst.
Ein Facharzt für Gefäßerkrankungen sollte
besonders die Venen untersuchen und eine
Erkrankung der Lymphbahnen ausschließen.


Ansonsten sind keine weiteren Untersu-
chungen notwendig, schon gar keine Kontrast-
mittel-Untersuchung der Lymphgefäße!